Camcorder

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  • Ein Camcorder ist eine Videokamera mit eingebautem Videorekorder.

    Camcorder



    Ein Camcorder ist eine Videokamera mit eingebautem Videorekorder.
    Dass es sich um ein Gerät handelt, das aus zwei klar unterscheidbaren Komponenten besteht, zeigt sich auch an der Bezeichnung „Camcorder“. „Camcorder“ ist eine Wortkreuzung aus „camera“ und „recorder“.


    Vor der Einführung des Camcorders


    Bevor es Camcorder gab, musste der „Videograph“ entweder die Videokamera über ein langes Kabel mit einem stationären Videorekorder verbinden oder einen getrennten, tragbaren Rekorder mitnehmen. Die ersten tragbaren Videorekorder waren sehr schwer und wurden daher auf dem Rücken getragen.
    Später wurden umhängbare Rekorder benutzt, die nur wenige Kilogramm wogen; sie wurden noch bis in die 1990er Jahre eingesetzt.


    Bauformen


    Camcorder weisen zahlreiche mögliche Unterschiede in ihren konkreten Ausgestaltungen auf, die von ihrem Einsatzzweck und Preis mitbestimmt werden. Im Folgenden wird ein Versuch zur Darstellung der verschiedenen Unterscheidungsmerkmale bei den bekannten Bauformen gemacht.


    Trage- und Haltungsbauform: Hier wird zwischen Schulterkameras, die auf der Schulter geführt werden, und Handkameras, die vor dem Körper gehalten werden, unterschieden. Schulterkameras weisen an der Unterseite eine Ausformung zur Auflage auf der Schulter und einen entsprechenden, auf der Schulter liegenden Schwerpunkt auf. Der Auslöser befindet sich meist an einem Anbau vorne rechts, mit dem die Kamera zugleich mit der rechten Hand stabilisiert wird. Der Sucher ist seitlich angebracht. Handkameras sind in der Regel kompakter und leichter, der Sucher befindet sich in der Regel am hinteren Ende der Kamera, der Auslöser an verschiedenen Stellen, entsprechend den Annahmen des Herstellers dazu, wie die Kamera gehalten werden soll.



    Rekorderanbau: Bei der überwiegenden Anzahl von Camcordern bilden Kamerakopf (mit Aufnahmeelektronik und Bedienteil) und der Rekorderteil eine integrale Einheit. Bei anspruchsvolleren Kameras gibt es allerdings Modelle, bei denen der Rekorder an den Kopf angesteckt wird, und bei denen somit durch Rekordertausch auf verschiedene Medien aufgezeichnet werden kann.



    Sucheranbau: Zahlreiche Varianten sind bekannt. Es gibt seitlich und hinten angeordnete Durchsichtsucher, sowie bei vielen Camcorder einen angebauten oder anschließbaren Kontrollbildschirm. Durchsichtsucher können verschwenkbar (erlaubt verschiedene Positionen des Kameramanns relativ zur Kamera) oder starr (Durchsicht dann von hinten) angebracht sein. Es gibt Kameras mit austauschbaren Suchern (z. B. für Modelle in Schwarz/Weiß und Farbe) und fest eingebauten Suchern.



    Objektivanbau: Es gibt Kameras mit austauschbaren Objektiven und solche mit einem fest eingebauten Objektiv. Als Anschlüsse kommen bei ersteren der C-Mount, der CS-Mount, Arri PL, und das B4-Bajonett sowie firmenspezifische zum Einsatz. Camcorder mit eingebautem Objektiv sind in der Regel erheblich billiger und verfügen über ein Zoomobjektiv. Objektivvorsätze können den Brennweitenbereich solcher eingebauter Objektive vergrößern.



    Trage- und Haltevorrichtungen: Einfache Modelle verfügen nicht über einen fest angebrachten Griff. Anspruchsvollere Modelle haben seitlich oder unten angebrachten Griffe zum Halten und Führen der Kamera, manche Modelle auch einen Tragebügel oben auf der Kamera, mit dem diese getragen werden kann.



    Action-Camcorder sind klein und mobil einsetzbar. Sie können leicht und sicher an verschiedenen Gegenständen befestigt werden.



    Anschlüsse: Zahlreiche Anschlüsse können vorhanden sein, beispielsweise
    • Mikrofonbuchsen als XLR, 3,5 mm oder 6,3 mm Klinkenbuchse
    • DV bzw. FireWireausgang oder USB zur Übertragung an einen Computer oder Synchronisierung mehrerer Camcorder
    • Zubehörschuh für Mikrofone, Lampen, oder sonstigem Zubehör, teils mit integrierter Stromversorgung
    • Control-L (LANC) -Eingang zur Fernsteuerung und für Timecodeerzeugung
    • Stromeingang zum Betreiben der Kamera am Stromnetz
    • Infraroteingang für Fernbedienung
    • Videoausgänge, z. B. RCA-Buchsen (FBAS und Component), BNC (FBAS), S-Video, SDI-Buchsen, HDMI




      Qualitätskriterien

      Eine Reihe von Merkmalen bestimmen die Qualität und den Einsatzzweck eines Camcorders:
    • (auswechselbares) Objektiv, Filtergewinde

    • Lichtstärke bei offener Blende (je größer Lichtstärke und Sensor, desto besser bei wenig Licht)

    • Größe des optischen Zoomfaktors (im Gegensatz zum digitalen Zoom, bei dem die Bildqualität schlechter wird)

    • Manuelle Einstellmöglichkeiten

    • Möglichkeit manueller Fokussierung

    • Größe des eingesetzten CCD-Sensors (Vermeiden billiger CMOS-Sensoren)

    • Anzahl der Pixel, Pixelgröße

    • Echtes 16:9-Bildformat durch hinreichende Pixelzahl statt Ausschnittsvergrößerung (engl. "blow up")

    • Einsatz eines Ein-Chip oder Drei-Chip Camcorders (letzterer hat bessere Farberfassungm, aber dies kann teils durch höhere Pixelzahl bei Ein-Chip-Geräten ausgeglichen werden)
    • Optischer oder elektronischer Bildstabilisator (optischer B. ist zu bevorzugen)
    • Bildschirmgröße
    • Qualität des Suchers
    • Stabilität, Größe und Gewicht des Gehäuses
    • Tonqualität, manuelle Tonaussteuerung, Dynamikkompression
    • Mikrofonqualität, Anschlussmöglichkeit externer Mikrofone
    • Akkulaufzeit, wichtig bei Festplattencamcorder
    • Eingebaute Videoleuchte (LED) sowie eingebauter Blitz bzw. IR-Nachtmodus (sofern gewünscht)
    • Fotoauflösung und -funktionalität (sofern gewünscht)
    • Aufzeichnungsqualität des Mediums oder Formats (MPEG2/4 nachteilig für späteren Videoschnitt)
    • Schnittstellen (i.Link Firewire/IEEE-1394, USB, S-Video Aus-/Eingang, AV Aus-/Eingang, DV Aus-/Eingang)
    • Zubehörschuh und ggfs. dessen Funktionalität (Kontakte für Mikrofone/Leuchten)
    • Einschaltzeit
    • Bildrate

    Daneben spielt die Ergonomie eine wichtige Rolle. So kann ein Einstellen der Schärfe über Tasten anstatt über einen Ring am Objektiv die Freude am Filmen leicht verderben. Auch verbergen sich wichtige Einstellungen teils in den Untiefen der Menüs; ein Touch-Screen kann vorteilhaft sein. Grundsätzlich sind Funktionen, die über Tasten geschaltet werden, solchen über Menupunkte ergonomisch vorzuziehen.
    Im nichtprofessionellen Bereich ist zu beobachten, dass zunehmend Modelle ohne Sucher produziert werden. Dies macht die Geräte preisgünstiger, zumal viele Benutzer die Kamera sowieso in den ausgestreckten Armen halten und den seitlich ausklappbaren Monitor beobachten. Ein Sucher hat jedoch den Vorteil, dass man die Kamera gegen den Kopf pressen kann, was ihre Lage deutlich stabilisiert und das Verwackeln reduziert.

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