Blender 3D

  • Blender ist eine freie, mit der GPL lizenzierte 3D-Grafiksoftware. Sie enthält Funktionen, um dreidimensionale Körper zu modellieren, sie zu texturieren, zu animieren und zu rendern. Blender besitzt einen eingebauten Videoschnitteditor und eine Spiel-Engine.

    1 Blender


    Blender ist eine freie, mit der GPL lizenzierte 3D-Grafiksoftware. Sie enthält Funktionen, um dreidimensionale Körper zu modellieren, sie zu texturieren, zu animieren und zu rendern. Blender besitzt einen eingebauten Videoschnitteditor und eine Spiel-Engine. Die sehr aktive Entwicklung hat zu einem großen und sich ständig erweiternden Funktionsumfang geführt, der z. B. die Simulation von Flüssigkeiten oder die Mischung von 3D-Sequenzen (Compositing) einschließt. Als Skriptsprache wird Python benutzt.


    2 Geschichte


    Ursprünglich war Blender ein firmeninternes Programm des niederländischen Animationsstudios NeoGeo. Der Chefentwickler Ton Roosendaal gründete im Jahr 1998 das Unternehmen Not a Number Technologies (NaN), um Blender weiterzuentwickeln und zu vertreiben. Nach der Insolvenz von NaN stimmten die Gläubiger zu, Blender für einen Betrag von 100.000 Euro den Quelltext freizugeben und unter die freie Softwarelizenz GNU General Public License (GPL) zu stellen. Am 18. Juli 2002 wurde daher von Ton Roosendaal die Stiftung Blender Foundation mit dem Ziel gegründet, Spenden zu sammeln. Am darauffolgenden 7. September war das Ziel von 100.000 Euro erreicht.
    Diese Strategie der Spendensammlung nennt man auch das Street Performer Protocol bzw. Crowdfunding.


    3 Funktionalität


    Das Programm ist trotz seines Funktionsumfanges verhältnismäßig klein (gepackt unter 100 MB) und läuft auf den meisten gebräuchlichen Rechnersystemen. Da der Quelltext frei verfügbar ist, kann es bei Bedarf auch für die eigene Plattform übersetzt werden. Es ist als portable App verfügbar und kann somit auf vielen Systemen, beispielsweise Windows oder Ubuntu, ohne Installation betrieben werden (z. B. von einem Netzwerklaufwerk oder USB-Stick).

    • Blender arbeitet mit Polygonnetzen, Bézierkurven, NURBS-Oberflächen, Metaball- und Textobjekten. Die Unterstützung für die Bearbeitung von Polygonnetzen (seit Version 2.63 auch mit mehr als 4 Ecken je Polygon) ist dabei ein deutlicher Schwerpunkt. Dafür sind unter anderem verfügbar:

      • Unterteilungsflächen (Subdivision Surfaces)
      • Multiresolution-Netze, also Objekte in mehreren Auflösungsstufen
      • Sculpting-Werkzeuge, mit denen Objekte wie virtueller Ton verformt werden können
    • Blender besitzt Material- und Texturierungswerkzeuge:

      • Verschiedene UV-Unwrapping-Methoden (u. a. Angle-Based, Conformal, Smart Projections)
      • knotenbasierte Material- und Textureditoren, die sehr komplexe Materialien erlauben
      • 3D-Malwerkzeuge erlauben das Malen direkt auf dem Modell
      • Unterstützung für Grafiktabletts
    • Die Animationswerkzeuge umfassen unter anderem:

      • Shape-Keys (Morph Targets)
      • Charakteranimationen mit direkter und inverser Kinematik
      • auf Kurven und Lattice (Käfig) basierende Verformungen
      • Simulation elastischer Objekte (Softbodies), einschließlich Kollisionserkennung
      • Simulation von Festkörpern (Rigidbodies), ebenfalls mit Kollisionserkennung
      • Kleidungssimulation
      • partikelbasierte Haare, Gräser usw.
      • Partikel mit Kollisionserkennung
      • Flüssigkeitsdynamik
    • Neben den zwei internen Renderern können verschiedene externe Renderengines eingesetzt werden (z. B. Kerkythea, Indigo oder LuxRender).


    • Der voll multithreadfähige interne Renderer unterstützt aktuell:

      • Kantenrendern (Cartoon-Linien)
      • Raytracing
      • Umgebungsverdeckung (Ambient Occlusion)
      • Radiosity
      • mehrschichtiges Rendering und Compositing
      • verschiedene Ausgabeformate einschließlich HDR, EXR und DivX-Animationen (je nach installierten Codecs)
      • Rendern von volumetrischen Partikeln (seit Version 2.50)
    • Blender benutzt ein eigenes mit „.blend“ gekennzeichnetes Dateiformat, auf welches mit anderen Programmen nur schwer zugegriffen werden kann. Es ist plattformübergreifend und auf- und abwärtskompatibel. Import- und Exportskripte sind für verschiedene Formate integriert, z. B. für OBJ- und 3DS-Dateien.
    • Als Skriptsprache dient Python.
    • Ebenfalls in Python wird die 3D-Spieleengine programmiert. Mit dieser können eigenständige Echtzeitanwendungen in Blender erstellt werden.
    • Blender enthält ein einfaches, aber funktionales Videoschnittprogramm, welches den ressourcensparenden Umgang mit großen Dateien erlaubt.
    • Blender beinhaltet einen umfangreichen knotenbasierten Compositor, um Bilder und Animationen direkt im Programm zu bearbeiten.
    • Blender kann seit Version 2.61 Punkte in Videos verfolgen (Tracken) und daraus ihre Position im Raum errechnen. Damit lässt sich sowohl die Bewegung der Kamera als auch die von Objekten in Blender übertragen. Dies eignet sich zum Beispiel, um animierte Modelle in reale Aufnahmen zu setzen.

    Zusätzlich enthält das Programm ab Version 2.6 auch eine Unbiased-Renderengine namens „Cycles“, die auch in Echtzeit, d. h. während des Redigierens funktioniert und mithilfe von CUDA und OpenCL (experimentell) auch mit der GPU rendern kann.

Teilen