Sprechen

    • Da mir gerade langweilig ist (meine drei Rechner rechnen seit über einer Woche an einem Stück Film mit 9480 Bildern in 3D (etwas mehr als vier Minuten pro Einzelbild); übermorgen sind sie dann voraussichtlich damit durch), will ich Euch mal an dem teilhaben lassen, was mir so im Zusammenhang Sprecherziehung begegnet ist.

      Kurse zur Schulung der Stimme sind teuer! Ich kann mir das nicht leisten. Allerdings lohnt es sich mal bei der örtlichen VHS vorbeizuschauen. Ich hatte da einen auf zwei Tage verteilten Kurs belegt. Da ging es dann um Lockerungs- und Sprechübungen. Und zum Vorlesen von Texten sind wir dann auch noch gekommen. Hat 50 Euro gekostet. War ok. Ob man davon meiner Stimme etwas anmerkt? Keine Ahnung...

      Als eingefleischter Autodidakt zählen Bücher zu meinen besten Freunden:

      - Der kleine Hey: Die Kunst des Sprechens. Julius Hey lebte hauptsächlich im 19. Jahrhundert und wirkte vor allem als Gesangslehrer. Darüber schrieb er auch Bücher. Da die gut ankamen, schob er noch eines für Schauspieler hinterher. Das war eben 'Der kleine Hey'. Der gilt nach wie vor als Klassiker. Ich mag das Buch und es kostet nicht wirklich viel. Als Übungen enthält es Verse, in denen der zu übende Laut verstärkt vorkommt. Zum Beispiel zu den Vokalen A und E mit anschließendem CH:


      Julius Hey schrieb:

      Verächtlich schlecht der Knecht sich rächte:
      Der nächtlich nächst dem Pächter zechte.
      Diese Übungen habe ich mir abgeschrieben und auf Karteikarten gedruckt. Abgesehen davon, daß meine Disziplin sehr zu wünschen übrig läßt, klappt das Training damit gut. :rolleyes:

      - ABC des Sprechens: Grundlagen, Methoden, Übungen von Heidi Puffer verfolgt demgegenüber einen sehr viel moderneren Ansatz. Was das genau heißt? Am besten schaut Ihr Euch dazu das Inhaltsverzeichnis an (Link folgen, bei Amazon dann Blick ins Buch nutzen). Um es mit einem einzigen Wort zu sagen: der Ansatz ist ganzheitlich. Sprechübungen nehmen nur einen geringen Teil ein. Dennoch oder auch gerade deswegen finde ich, das Buch ist eine gute Ergänzung zum 'Kleinen Hey'.

      Habt Ihr schon was gemacht in Sachen Sprachschulung? Schließlich gehört doch die Stimme zu den Mitteln, ohne die wir bei der Videoherstellung schlecht auskommen. Bin gespannt, was Ihr so für Erfahrungen gemacht habt.
    • mdcremer schrieb:

      Habt Ihr schon was gemacht in Sachen Sprachschulung?
      Noch nie ^^

      Ich glaube die Meisten (mich inbegriffen) wären auch nie auf die Idee gekommen solche kurse zu belegen bzw. die Bücher zu kaufen. Wenn man es aber genau überlegt, macht es sogar Sinn! Sowas sollten eigenltich viele Youtuber vorher gemacht haben, um ihre Aussprache zu verbessern.

      Bei Fragen, Problemen oder Anliegen immer via PN oder cChat erreichbar.
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      Mit freundlichen Grüßen
      DonLaki
    • Habe mal bei der Redefabrik reingehört. Klingt in meinen Ohren auch ein wenig landschaftlich eingefärbt. Würde mal auf Hessen tippen. :)

      Rhetorik ist sicher auch wichtig, bei der Sprachschulung, die ich meinte, bleibt der Inhalt aber vollkommen außen vor. Dabei geht es nur darum, die Stimme als Instrument zu begreifen und Laute wie Gitarrengriffe zu üben, um letztlich zu einer spielerischen Leichtigkeit zu kommen.

      Oben zitierter Knecht und Pächter interessieren niemanden. Es gibt auch Sprechübungen, die beschränken sich auf das Aufsagen sinnloser Silben:
      Bepralo - Pralabo, Bepralu . Pralabu usw.

      Wobei die Situation eines Schauspielers, der von der Bühne herab möglichst auch noch die Zuschauer in der letzten Reihe erreichen sollte, natürlich eine andere ist als die eines Youtubers vor seinem Mikrofon. Dennoch kann es ja nicht schaden, auch die Stimme etwas zu trainieren. ;)
    • ich hatte auch mal so einen Kurs im Kopf, fand aber weder das Geld noch die Zeit, ich habe aber eine Freundin beim Radio, die haben zB monatlich einmal den Kurs, da musst man durchgehend dabei sein. Im Endeffekt ist es schon eine starke Sache, wenn sie normal mit uns redet, bayrischen Dialekt vs. im Radio das perfekte Hochdeutsch :)
    • Gegen eine landschaftliche Einfärbung ist an und für sich ja natürlich auch nichts einzuwenden. Es muß halt passen und sollte einen nicht einschränken. Bei Heines Lore-Ley habe ich kurz überlegt, ob ich da nicht auch einen leichten rheinischen Singsang hineinbringe, da Heine ja aus Düsseldorf kam. Aber obwohl ich da ein gutes Jahrzehnt gelebt habe und zur Schule gegangen bin, habe ich mich dann doch nicht getraut. Denn es gibt nichts Schlimmeres, als eine falsch gesprochene landschaftliche Einfärbung, finde ich.

      Eine Sprecherausbildung lassen die Veranstalter sich richtig bezahlen. Die Bücher sind demgegenüber ein echtes Schnäppchen. Was aber da natürlich fehlt, ist das professionelle Ohr, das einen schnell korrigieren kann. Aber man kann halt nicht alles haben. Wenn die Klickzahlen in die Millionen gehen (also vermutlich nie), dann kann ich mir das ja noch mal überlegen, ob ich mir ein professionelles Ohr leisten kann. :D

      Andererseits haben wir Youtuber natürlich auch wieder einen Vorteil: Wir nehmen die Stimme auf und können versuchen, uns selbst zu korrigieren. :)
    • Interessantes Thema :)

      mdcremer schrieb:

      dererseits haben wir Youtuber natürlich auch wieder einen Vorteil: Wir nehmen die Stimme auf und können versuchen, uns selbst zu korrigieren.
      Ich habe auf der Arbeit auch relativ viel Kunden Kontakt per Tel.
      Wir bearbeiten unter anderem auch Eskalationsfälle, bevor wir dann mit den Kunden in Kontakt treten wird
      auch geübt, geübt geübt.

      Also wenn man Live mit jemanden spricht ist die eigene Sprache auch vom Gegenüber abhängig, so jedenfalls meine Erfahrung.

      Bei den Video brauche ich ab und an 2 - 3 Stunden bis die Tonspurt, der Sound und die Ausdrucksweise passt.
      Ist aber auch sehr spannend die Eigenen Verbesserungen zu hören.
      Bis dahin.
    • So ein Sprachtraining ist verdammt praktisch, habe aber leider selbst auch noch keins besucht. Da ich beruflich aber auch sehr viele Vorträge und Schulungen halten muss, kommt das Training irgendwann von alleine. Persönlich hatte ich auch nie Probleme einfach drauflos zu labern.

      M-Files schrieb:

      Bei den Video brauche ich ab und an 2 - 3 Stunden bis die Tonspurt, der Sound und die Ausdrucksweise passt.
      Ist aber auch sehr spannend die Eigenen Verbesserungen zu hören.
      Sprichst du tatsächlich so lange bestimmte Sachen immer weider neu ein? Ist ja ein riesen Aufwand...
      Ihr sucht interessante Infos, News und Reviews zu Games, Apps, FIlmen und Technik?
      Dann schaut doch mal auf meinem Kanal: Cubi Reviews vorbei!
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    • Ich arbeite seit über 10 Jahren als Sprecher und habe schon sehr viele intensive Sprechtrainings über mehrere Monate hinter mir.

      Deine Tipps kann ich so unterschreiben. Sehr gute Buchempfehlungen, bei denen ich noch "Sprechertraining" von Michael Rossié ergänzen möchte! Auch der Tipp mit dem VHS-Kurs ist super. Da hatte ich vor Jahren auch mal eines der Gruppen-Sprechtrainings im Kölner Mediapark. Günstig und effektiv.

      Die günstigste Variante ist, sich über den HNO-Arzt eine logopädische Verordnung geben zu lassen. Die kriegst du vor allem als Berufssprecher recht unkompliziert bei den kleinsten Stimm-Problemen. Wenn du dir dann noch einen medienerfahrenen Logopäden suchst, hast du dein Sprechtraining fast for free. ;)
    • Cubi schrieb:

      Sprichst du tatsächlich so lange bestimmte Sachen immer weider neu ein? Ist ja ein riesen Aufwand...
      :) ja ist es , kommt auch vor das die Kirche bimelt oder die Kiddies zwischen quaken :)
      ich bin aber auch schon schneller und besser geworden, Übung macht den Meister.


      Cubi schrieb:

      Da ich beruflich aber auch sehr viele Vorträge und Schulungen halten muss, kommt das Training irgendwann von alleine.
      Schulungen etc gebe ich auch, live hatte ich aber nie so Probleme, ist halt nur wenn ich vom Script lese, dann will ich das auch perfekt haben.